Sencha Momoyama von Aiya – Verkostung

Als Freund guter japanischer Grüntees bin ich immer auf der Suche nach neuen Entdeckungen. Obwohl die Japaner nur einen sehr geringen Teil ihrer Ernte exportiert, ist die Auswahl an Senchas hierzulande groß. Von Aiya kannte ich bis dato nur Matcha, auf der puristisch und modern gehaltenen Internetseite sind aber auch „ausgewählte japanische Grüntees im Premiumsegment“ zu finden. „Nun gut“, dachte ich mir, „kann man ja mal machen“.

Der Sencha Momoyama stammt aus dem Anbaugebiert Kagoshima im Süden Japans. Aus dieser Region stammen viele Produkte die es hier in Europa zu finden gibt, viele Bauern sind EU-Biozertifiziert und produzieren gezielt für den westlichen Markt.

„Sencha“ bedeutet im Japanischen soviel wie „gedämpfter Tee“ und ist die am häufigsten konsumierte Teesorte im Land der Samurai und Sumō-Ringer. Im Gegensatz zu Ländern wie China oder Indien, in denen der Tee geröstet oder gebacken wird, wird der Tee in Japan gedämpft. Durch die Dämpfung erhalten japanische Grüntees eher frische/ süße Note und eine gewissen Herzhaftigkeit, die man „Umami“ nennt. Ob der Sencha Momoyama angesichts des recht hohen Preis überzeugen kann finden wir Heute heraus.

 

Trockenes Blatt / Geruch und Aussehen

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Bei Japanischen Tees sind mir vor allem zwei Merkmale sehr wichtig: Form und Farbe. Ein guter Sencha sollte längliche, nadelförmige Blätter haben und ein tiefes, dunkles Grün besitzen. Beides ist hier definitiv der Fall! Der Geruch ist sehr süß und grasig. Mir gefällt’s!

 

Geruch in der vorgewärmten Kyūsu

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„Ich will nicht kämpfen“, sagte Wang der Samurai. „Ich gönn‘ mir lieber lecker Sencha“.

Das vorwärmen mache ich eigentlich nur bei besonders hochwertigen Tees. Bei Senchas, in Japan ein Alltagsgetränk, tue ich das also meist nicht. Der Vollständigkeit halber mache ich’s diesmal trotzdem, einfach weil ich kann. Die Kanne habe ich eine halbe Minute mit ca. 70° C heißem Wasser vorgewärmt, das Wasser ausgeschüttet und die Blätter in die Kyūsu gegeben. Der Geruch der warmen Blätter ist nicht wirklich außergewöhnlich, er bleibt immer noch sehr süß und grasig.

 

Nasses Blatt / Geruch und Aussehen

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Ui! Beim aufgießen des Tees kam mir ein intensiver, frischer Geruch entgegen. Die Blätter sind aufgegangen und zeigen nun ihre blättrige form. Die Teeblätter sehen etwas aus wie Spinat….

 

Erster Aufguss / Geschmack und Aussehen

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… und schmecken im Hintergrund auch so, was nichts schlechtes ist, man muss die Herzhaftigkeit japanischer Tees mögen. Abgesehen davon hat der Sencha Momoyama eine sehr tolle, füllige süße mit viel Charakter. Hätte ich diesen Tee blind verkoste hätte ich angenommen, es würde sich um einen Kabusecha (Halbschattentee) handeln.

 

Zweiter Aufguss / Geschmack und Aussehen

Die meisten Senchas verlieren, meiner Meinung nach, beim zweiten Aufguss schon deutlich an Geschmack. Der zweite Aufguss des Sencha Momoyama ist aber immernoch überraschend intensiv! Auch die Farbe ist noch sehr voll.

 

Dritter Aufguss / Geschmack und Aussehen

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Die Farbe verblasst langsam und der Geschmack ist auch schwächer, schmeckt aber trotzdem noch lecker. Süße und Umami treten langsam in den Hintergrund. Auch die Teeblätter werden immer heller und saugen sich mit Wasser voll.

 

Vierter Aufguss / Geschmack und Aussehen

Hier ist nun Schluss für mich. Ein fünftes mal Wasser über die Blätter zu kippen ginge bestimmt noch, wäre mir aber zu mild. Zudem bin ich mit vier Aufgüssen bei einem Sencha schon sehr zufrieden.

Fazit

Aiya hat nicht zu viel versprochen, qualitativ ist dieser Sencha wirklich verdammt hochwertig und rundum ein toller japanischer Bio-Grüntee! Mit dem sehr hohen Preis degradiert sich der Tee aber selbst aus meinem Alltag, viel mehr ist er für mich ein Stück japanische Wohlfühlkultur für den gemütlichen Sonntag Nachmittag.

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Eine japanische Teefarm. Foto © by TeeGschwendner Gmbh

 

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