Japan Shincha Shimoyama & Kirisakura von TeeGschwendner – Verkostung

Endlich ist es soweit, die Shinchas sind da! „Shincha“ bedeutet so viel wie „neuer Tee“, es sind quasi die first flushs aus Japan. Nun im Sortiment von TeeGschwendner erhältlich sind die grünen Japaner mit den exotisch klingenden Namen Shimoyama und Kirisakura, welche ich mir heute unter die Lupe nehmen werde.

Da es sich um ein Naturprodukt handelt sind die Shinchas von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Heute werde ich beide Tees in einem Beitrag verkosten und am Ende miteinander vergleichen. Auch werde ich zum ersten mal Infos wie die genutzten Cultivare, Höhenlage, etc. benutzen. Heute wird es also etwas spezieller… 🙂

 

Los geht es mit dem Shincha Shimoyama

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Vor der Ernte wurden die Teepflanzen für 7 Tage beschattet. Allerdings handelt es sich bei diesem Tee nicht um einen Gyokuro (!), da Gyokuros nach der Ernte meist eingelagert werden um zu reifen. Die Blätter bei diesem Tee wurden maschinell geerntet, die Pflückung besteht aus zwei Blättern und einer Knospe. Der verwendete Cultivar ist Yabukita; etwas schade, denn ca. 80% aller japanischer Teepflanzen bestehen aus dem Yabukita Cultivar. Nichts all zu besonderes also. Geerntet wurde auf circa 700 Metern Höhenlage.

 

Trockenes Blatt / Geruch und Aussehen

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Als ich die Teetüte aufgemacht habe, kam mir ein Gerüch entgegen der sich am besten mit den Wörtern „saftig“ und „wow“ beschreiben lässt. Wie eine frisch gemähte Graswiese kommt der Shincha Shimoyama daher, lebendig und belebend.

Die Blätter sind schön dunkelgrün und haben ein langes, nadelförmiges Blatt.

 

Erster Aufguss / Geschmack und Aussehen

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Frisch. Grasig. Umami? Umami! Fruchtig. Süß. Ich weiß garnicht wo ich anfangen soll…! Der erste Aufguss hat einen sehr schönen vollmundigen, frischen und intensiven Charakter. Dazu eine milde Süße im Abgang. Sehr schön dicht und voll fühlt sich das Getränk im Mund an. Die Farbe ist ein leuchtendes gelb-grün.

 

Zweiter Aufguss / Geschmack und Aussehen

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Das Teeblatt nach dem zweiten Aufguss.

Der zweite Aufguss ist ähnlich intensiv. Süßes Umami und eine tolle Frische entfalten sich. Die feinen, nadelförmigen Blätter sind nun aufgegangen und zeigen ihr wunderschönes, natürliches Grün.

 

Dritter Aufguss / Geschmack und Aussehen

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Mittlerweile ist ein spinatige Note zum Geschmack hinzugekommen. Insgesamt ist der Geschmack aber flacher und weniger intensiv.

 

Vierter Aufguss / Geschmack und Aussehen

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Das Teeblatt nach dem vierten Aufguss.

Der Geschmack wird immer leichter, etwas Umami und frische ist aber noch da! Ein fünfter Aufguss wäre möglich, aber wenn ich bedenke, dass ich gleich noch den Shincha Kirisakura trinken werde ist hier für mich hier Schluss.

 

Fazit

Der Shincha Shimoyama ist ein toller Grüntee mit intensiven Umami, einer tollen frische und süßem Finish. Das was der Tee macht, macht er richtig. Durch den benutzten Cultivar wird allerdings die Chance verpasst sich noch mehr vom japanischen Einheitsbrei abzuheben.

Nichtsdestotrotz, wer japanische Grüntees mag wird mit dem Shincha Shimoyama sehr glücklich werden


Shincha Kirisakura – Grünes Gold vom Nebelvulkan

Auf den oft vom Nebel  (japanisch Nebel= Kiri) umschlungenen Teefeldern der Farm in Kagoshima hat man eine wunderbare Aussicht auf den Sakurajima-Vulkan. Daher der Name Kirisakura. Für diesem Tee wurden die Cultivare Saemidori und Okumidori verwendet, welche oft zur Produktion von Matcha oder Gyokuro genutzt werden. Pflückungsart, Höhenlage und Beschattung sollte in etwa indentisch mit dem Shimoyama sein.

 

Trockenes Blatt / Geruch und Aussehen

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Der Geruch des Kirisakura erinnert an hochwertige Schattentees. Ein kräftiges Umami, viel süße und eine liebliche fruchtigkeit, dafür weniger frische und grasige Noten.

Die langen Blätter haben ein sattes, tiefes Dunkelgrün und könnten jedem Nadelbaum ernsthaft Konkurrenz machen.

 

Erster Aufguss / Geschmack und Aussehen

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Mir ist sofort aufgefallen, dass die Farbe des ersten Aufguss, verglichen mit dem vom Shimoyama, wesentlich heller ist, was an den verwendeten Cultivaren liegt.

Dieser Unterschied lässt sich auch im Geschmack wiederfinden. Der für viele japanische Grüntees typische grasig-frische Charakter liegt nur schwach im Hintergrund. Im Vordergrund lässt sich dafür ein komplexes Zusammenspiel aus Umami, Süße und Frucht erkennen. Der Geschmack ist tief und hat einen langen Nachgeschmack.

 

Zweiter Aufguss / Geschmack und Aussehen

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Diese Komplexität zeigt sich im zweiten Aufguss sogar noch deutlicher. Ein schönes Apfelaroma gesellt sich zu dem Umami dazu.

 

Dritter Aufguss / Geschmack und Aussehen

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Ich lasse das Bild mal für sich sprechen… 🙂

 

Vierter Aufguss / Aussehen und Geschmack

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Das Teeblatt nach dem vierten Aufguss.

Selbst nach dem vierten Aufguss steckt noch ordentlich power im Getränk. Auch die großen Blätter haben noch eine kräftige und dunkle Farbe. Man merkt das die genutzten Teepflanzen auch zur Herstellung von Gyokuro und Matcha geeignet sind

 

Fazit

Der Krisakura hat etwas, dass (meiner Meinung nach) vielen japanischen Tees fehlt: Komplexität. Er ist keine reine Umami-Bombe, auch ist er nicht nur „gras“ und „frisch“. Dieser Shincha hat Tiefgang, denn er hat etwas sehr charaktervolles. Bei dem hohen Preis sollte, nein, muss eine so hohe Qualität aber auch drin sein!

Den Kirisakura finde ich alleine deshalb toll, weil er zeigt was japanischer Tee alles kann. Ich bin mittlerweile oft gelangweilt von dem 08/15-Quatsch der oft aus Japan kommt, aber ich bin froh hin und wieder Schätze wie diesen zu finden die mich daran erinnern, warum ich die japanische Teekultur so liebe.


Vergleich: Shimoyama & Kirisakura

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Links Shimoyama ; Rechts Kirisakura

Hier noch ein kleiner Vergleich. Auf dem zweiten Blick fällt mir auf, das der Shimoyama ein etwas helleres und auch kleineres Blatt hat. Der Shimoyama ist eher klassich japanisch grasig/ frisch mit schönem Umami. Der Kirisakura ist etwas komplexer und bietet neben kräftigem Umami auch fruchtige Noten.

Übersicht der wichtigsten Infos:

Shimoyama:  

  • Cultivar: Yabukita
  • Dämpfzeit: „chumushi“ (45-60 Sek.)
  • Anbauregion: Kagoshima
  • Beschattet: 7 Tage Vollbeschattung
  • Pflückung.: Maschinell, zwei Blätter eine Knospe
  • Höhenlage: bis zu 700 Meter

Geschmack: frisch, grasig, Umami, süß

 

Kirisakura:

  • Cultivar: Okumidori, Saemidori
  • Dämpfzeit: „chumushi“ (45-60 Sek.)
  • Anbauregion: Kagoshima
  • Beschattet: 7 Tage Vollbeschattung
  • Pflückung: Maschinell, zwei Blätter eine Knsope
  • Höhenlage: bis zu 700 Meter

Geschmack: Umami, süß, fruchtig, komplex

 

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