Harendong Light Oolong von Friends Of Tea – Verkostung

Ich wurde von dem Kölner Start-Up friends of tea gefragt, ob ich nicht einen ihrer Tees verkosten mag. Aber klar mag ich! Also trudelte gestern der Harendong Light Oolong bei mir ein; ein leichter, relativ grüner und gerollter Oolong aus Java, Indonesien.

Seit 2006 wird in dem Harendong Tea Estate auf ca. 800-1000 Meter über dem Meeresspiegel biologisch angebauter Tee hergestellt.

Bevor ich mit der Verkostung beginne, möchte ich vorab klarstellen, dass ich von friends of tea für diese Verkostung nicht bezahlt wurde und ich versuchen werde, den Tee so objektiv wie möglich zu betrachten. Ich habe lediglich den Tee zur Verfügung gestellt bekommen. 🙂

Dann lasst uns mal herausfinden, ob der Harendong Light Oolong dem Gaumen schmeichelt oder doch lieber ein dunkles Geheimnis der indonesischen Berge sein sollte!

 

Aussehen und Geruch / trockenes Blatt

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Die Blätter des Harendong Light Oolong sind eher lose gerollt. Der Stängelanteil ist gering und das Blatt besitzt ein kräftiges Dunkelgrün. Beim näheren Untersuchen der Blätter ist mir aufgefallen, dass die Blätter teilweise in großen Klumpen zusammenhängen, was mir nicht so gut gefallen hat. Im großen Ganzen ist das Aussehen aber überzeugend.

Als ich das erste Mal die Tüte geöffnet um am Blatt gerochen habe kam mir ein nur sehr leichter Geruch entgegen, welcher floral und frisch ist. Der Name Light Oolong ist hier auf jeden Fall Programm. 😉

 

Geruch im vorgewärmten Gaiwan

Die warmen Blätter verströmen einen sehr fischen und nussigen Geruch, welcher an Haselnüsse erinnert. Der Geruch ist mild und hält sich zurück.

 

Geschmack und Aussehen / erster Aufguss

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Den Tee habe ich im Gaiwan mit 3g auf 100 ml bei ca. 85 Grad aufgegossen. Der erste Aufguss hält sich noch zurück, was aber vollkommen normal ist für gerollte Oolongs. Frisch und floral kommt der Tee daher, er ist sehr leicht und nicht überfordernd. Von Bitterkeit ist keine Spur! Im Abgang lässt sich etwas cremig-sahniges erahnen, was mich (wie auch der Geruch) an Ti Guan Yin erinnert.

Die Farbe des ersten Aufguss ist ein dezentes, mildes Grün.

 

Geschmack und Aussehen / zweiter Aufguss

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Das Blatt nach dem zweiten Aufguss.

Langsam aber sicher öffnen sich die Teeblätter. Die Blätter haben ein tiefes, kräftiges Dunkelgrün. Es ist toll zu sehen wie sich gerollte Oolongs von Aufguss zu Aufguss verändern!

In der Tasse ist nun wesentlich mehr los, denn eine cremig-süße Note kommt zum Vorschein. Auch die Farbe ist deutlich kräftiger und der Tee entfaltet sein volles Potential. Aber da geht noch mehr, denn die Blätter sind noch nicht ganz geöffnet und können noch das ein oder andere Wasserbad vertragen.

 

Geschmack und Aussehen / dritter Aufguss

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Now we’re talking! Damit die Farbe etwas besser zur Geltung kommt, habe ich den Tee in einen etwas kleineren Cup gefüllt. Das Anfänglich noch dezente Grün hat sich nun in ein leichtes, cremefarbenes Gelb gewandelt.

Geschmacklich hat sich im Vergleich zum zweiten Aufguss nicht sonderlich viel getan. Den dritten Aufguss habe ich allerdings mit kochend heißem Wasser gemacht. Die empfohlenen 85 Grad halte ich für etwas wenig, aber das ist Geschmackssache.

 

Geschmack und Aussehen / Vierter Aufguss

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Bei Aufguss Nummer vier ist sowohl Geschmack als auch Farbe schwächer geworden, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich durch die Temperaturerhöhung im dritten Aufguss sehr viel aus dem Tee herausgeholt habe. Wenn ihr euren Tee etwas ausdauernder haben wollt, rate ich euch, bei den empfohlenen 85 Grad zu bleiben. Die einzelnen Aufgüsse sind dann zwar etwas milder, aber so bekommt ihr auch noch einen fünften oder sechsten Aufguss hin.

 

Das Blatt nach vier Aufgüssen

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Nach den Vier Aufgüssen zeigen sich die prachtvollen Blätter, aber auch feine Knospen kann ich erkennen, ein Indikator dafür das eine gute Qualität gepflückt wurde!

Besonders gut hat mir folgendes Blatt gefallen:

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Vorbildlich wurden für den Tee two leaves and a bud verwendet, also zwei Blätter und eine Knospe. Auf dem großen Blatt finden wir aber auch einen Hinweis dafür, dass der Tee tatsächlich biologisch angebaut wurde: das Loch in der Mitte stammt wahrscheinlich von einem Insekt und wäre durch den Einsatz von Insektiziden nicht entstanden. Ein gutes Zeichen!

 

Fazit

Der Harendong Light Oolong von friends of tea ist ein solider und recht erschwinglicher heller Oolong aus Indonesien. Der Tee ist nicht sonderlich komplex, aber das versucht er auch gar nicht zu sein. Stattdessen ist er ein mildes und florales Erlebnis das sich gut für Einsteiger oder den Alltag eignet.

Wer einen guten, fair gehandelten Bio-Oolong zu einem ertragbaren Preis sucht kann mit diesem Tee aus Indonesien sicherlich nichts falsch machen!

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get drunk – with (friends of) tea!

 

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